Marokko - Marrakesch

Marrakesch

 

Nur ein Katzensprung von Europa entfernt vereint sich eine Welt, die so fremd ist, dass mir selbst der Gedanke einen kleinen Kulturschock erweist. Es vereint den Nahen Osten und Afrika.Ein Land der Gegensätze zwischen Atlantik und Sahara.  

 

Ich habe hier das Wichtigste für die Reise nach Marrakesch zusammengetragen!

 

 

Flüge

Der Preis für einen Flug nach Marrakesch ist unschlagbar! Ab Köln findest du Flüge mit Ryanair für 25€ pro Strecke. Am Frankfurt Hahn für 28€ pro Strecke. Ab Düsseldorf Weeze 29€ und ab Hamburg fliegst du für 40€ pro Strecke. Alle Flüge kannst du einfach über skyscanner buchen. 


Vom Flughafen  kommst du bequem mit einem Taxi Petit in die Medina. Einige Unterkünfte bieten einen Transfer an. Solltest du eine Unterkunft über Airbnb gebucht haben, sprich mit dem Vermieter einen Abholservice ab. Für 6 - 10€ kommst du mit dem Taxi bis zur Medina. Die Preis unbedingt vorab absprechen! 

Der Flughafenbus (Linie 19) fährt von 6.30 Uhr bis 23.30 Uhr jede halbe Stunde vom Flughafenterminal. Diese Linie fährt direkt bis zum Djemaa el Fna und kostet pro Person 30 DH (Kombiticket Hin- und Rückfahrt: 50 DH). Man sollte sich nicht von Schleppern verunsichern lassen, die einem manchmal zu erzählen versuchen, dass der Bus nicht fahren würde.

 

Übernachten

Die Unterkünfte in Marokko sind der absolute Traum. Eine schöner und pompöser als die andere.
Hostels gibt es zu genüge und das schon ab 4€ die Nacht. Das Frühstück ist hier immer inbegriffen. 

Wer es etwas komfortabler mag, übernachtet in Hotels.

Die besten und Außergewöhnlichsten habe ich hier zusammengetragen:

Dar Assiya in der Medina 

Riad Massiba 7 Gehminuten vom Djemma el fna entfernt

Riad Sougtani mit Außenpool

Gesamte Wohnungen und Häuser kannst du ebenfalls unter Airbnb buchen. 

 

Transport

Das Reisen innerhalb der Stadt bietet sich mit dem Petit Taxi an. Diese Taxen sind günstig und sparen viel Zeit. Den preis unbedingt im Vorfeld aushandeln und gezielt sagen wo man hin möchte! Weitere Destinationen können bequem und einfach mit dem Grand Taxi erreicht werden. Dies sind meist umgebaute 6-Sitzer und eignen sich besonders, wenn man in einer Gruppe reist. 
Mit dem Zug zu fahren ist auch möglich, leider sind viele Teile des Landes noch nicht abgedeckt, worauf man hier wieder auf Taxen oder Busse zurück greifen muss. 
Mit dem Bus zu reisen ist gut möglich, da Marokko ein gut ausgebautes Bussystem hat. Hier sollten allerdings die Busbetreiber CTM oder Supratours gewählt werden. 

 

Sicherheit

Mir kam vor der Reise die Frage, ob das Land für Frauen überhaupt sicher ist. Im nachhinein kann ich es mit Ja beantworten. Hier kann ich nur für mich und meine Erfahrungen sprechen. Als Frau würde ich jedoch immer mindestens zu zweit reisen, am besten mit einem männlichen Begleiter. Besser noch als größere Gruppe. 
Es gibt definitiv Regeln, an die man sich halten sollte um die Reise so sicher wie möglich zu gestalten. Dies gilt allerdings für Männer und Frauen zugleich.
Bei Einbruch der Dunkelheit sollte man nicht alleine durch die engen Gassen der Medina laufen und den Eindruck erwecken, als hätte man sich verlaufen. Hier läuft man Gefahr im Labyrinth in eine Gasse gelockt zu werden um ausgeraubt zu werden.
Angemessene, unauffällige Kleidung sorgt für weniger aufsehen, besonders wenn man europäisch aussieht. Wertsachen sollten nicht offen herum getragen werden. Dies gilt auch für teuren Schmuck oder teure Kleidung. 
Besonders als blonde Frau erweckt man aufsehen in Marokko, daher am besten den Augenkontakt zu Männern meiden und bei ungewolltem ansprechen mit einem  „Non, merci“ oder „la shoukran“ antworten. 

 

Ein kleiner Reisebericht

Angekommen am Flughafen werden wir schon von unserem hauseigenen Taxifahrer abgeholt und fahren bei Sonnenuntergang durch die Fremde in Richtung Innenstadt. Das Taxi schunkelt zwischen Esels-karren und 6-Spuriger Straße hin und her. 

Marktschreier auf Holzkarren präsentieren ihr Obst und Gemüse, Männer und Frauen in langen Gewändern schauen fragwürdig in unsere Gesichter, überall laufen Katzen und Hunde frei rum.  

Kaum trauen wir uns auszusteigern, denn wir werden zu Attraktion der Straße. Ein riesiges Gewusel macht sich breit und die Einheimischen pressen sich in Richtung Taxi um uns Essen, Kleidung und einen Transport zum Riad anzubieten.  Zum Glück steht Fatima schon bereit um uns abzuholen, sie ist die Hausdame des Riads und führt uns durch die Gassen der Medina zu unserem Riad

 

Im Riad angekommen, trauen wir unseren Augen kaum, ein Bild wie aus einem Märchen. Das orientalisch eingerichtete Haus, mit mehreren Wohnzimmern hat zudem eine Dachterrasse, auf der man es sich gemütlich machen kann. Fatima reicht uns unseren Willkommenssnack, marokkanische Süßigkeiten und frischen Minztee. 

 

 Place Jemma el fna

Am nächsten Morgen machen wir uns auf zum Place Jemma el fna, dem wohl bekanntesten Platz Marrakeschs. Wo früher Köpfe der Toten aufgespießt wurden, tummelt sich heute das echte Leben. Händler verkaufen hier ihre Waren, aus jeder Ecke tönen Flötenspieler, die ihre Schlangen bezwingen und marokkanische Frauen die einem Hennabilder auf die Haut malen.

An jeder Ecke durftet man Essen aus diversen Garküchen und neben dran der Muezzin, der aus der großen Moschee tönt. 

Es ist, als wäre man im letzten Jahrhundert angekommen! 

 

 

Jardin Majorelle

Dieser Garten ist ein wirkliches Highlight und eine Oase zum spazieren gehen und abzuschalten.

Einst gehörte er dem Künstler Majorelle, dann kaufte ihn Yves Saint Laurant. Als Farben dominieren hier blau und grün. Gebäude, Pavillons, Wasserläufe und -Becken sind weiß-blau angestrichen. Die üppig wachsenden, liebevoll ausgesuchten Pflanzen verzaubern den Garten in einen üppigen grünen Dschungel. 

Ein Gedenkstein und eine Ausstellung über Yves Saint Laurant kann auch besucht werden.

Der Garten ist definitiv einen Besuch wert! Der Eintritt liegt bei ca. 5€. 

 

 

Cascades Ouzoud 

Für einen Tagesausflug zu den Cascades Ouzoud machen wir uns früh morgens auf den Weg Richtung Osten. Auf dem Weg dorthin besuchen wir eine Argan-Öl Farm, auf der man frisch gepresstes Öl oder Pflegeprodukte kaufen kann. Die Frauen der Farm sitzen den ganzen Tag auf dem Boden der offenen Verkaufshalle und pressen die Nüsse in die Steinvorrichtung, in der diese zermalmt und zu einem Mousse geschlagen werden. 

Auf dem Weg Stadtauswärts bekommt man vom Trubel des hektischen und unorganisierten Marrakeschs gar nichts mehr mit, wir genießen die Aussicht auf das verschneite Atlasgebirge und sehen ab und an einen Schäfer samt Schafherde vorbeiziehen. 

 

Angekommen bei den Wasserfällen steht direkt ein "Guide" bereit, der uns zu einer kleinen Wanderung überredet und uns den Weg leitet. Über einen steilen Weg wandern wir Flussabwärts und haben vom Fuße des Berges eine tolle Aussicht auf den Wasserfall. Am anderen Ende des Ufers genießen wir ein typisch marokkanisches Mittagessen, ein Tajine. Tajine nennt man eigentlich das Gefäß aus Lehm, in dem das Gemüse über der Flamme gedünstet wird, bis es gar ist.

Am anderen Ende des Berges treffen wir noch ein paar Äffchen, für die wir ein paar Bananen bereit halten und uns zurück zum Auto begleiten. 

 

 

Die Straßen Marrakeschs

Wohl kaum eine Stadt, die ich je auf meinen Reisen besichtigt habe, ist so bunt wie Marrakesch. 

Die Farben der Süßigkeiten, Kräuter und Medizin, die sich in den Bottichen vor den Lehmbauten konkurrieren sind einmalig. Eine Farbe strahlender, als die andere, die sich zwischen glitzernden Talismännern und Teekannen herausstechen.

Zwischen den bunten Ständen der Kleiderverkäufer finden wir immer wieder große Ladentheken mit "Metzgern", die ihre Fleisch und Fischware am offenen Fenster zubereiten und verkaufen. Davor streunende Tiere und frei laufende Hühner. Ein Esels-karren schiebt eine Ladung frischer Orangen und Avocados an uns vorbei und hinter uns hupt ein Rollerfahrer, der eine Ladung Schuhe vorbeifährt.

 

Sich auf einem Souk (Markt) zu verlaufen, ist eine gute Idee. Sich einfach treiben lassen und schauen, wo einem die Gässchen hinführen. Es gibt so vieles zu entdecken. Allerdings braucht man eine dicke Haut, da man überall angesprochen wird und das Handeln gehört hier unbedingt dazu. Einfach mal schnell was kaufen liegt nicht drin. Das braucht Zeit, ein paar Minze-tees und jede Menge Smalltalk.

 

Ein Tag in der Tannerie

Seit dem ersten Tag in Marokko steht ein Geruch in der Luft, der kaum zu beschreiben ist.

In einigen Ecken Marrakeschs stärker oder schwächer, wissen wir nicht ihn einzuschätzen, bis uns ein "Schlepper" auf der Straße anspricht um uns das Gerber-viertel zu zeigen.

 Wir stimmen zu und ziehen samt Kolonne hinter ihm her. Der starke, unangenehme Geruch nimmt von Gasse zu Gasse zu, die wir uns der Fabrik nähern. Kurz vor der Freiluft-Fabrik gibt er jedem einen Zweig Minze in die Hand, damit wir während der Besichtigung dran riechen können, falls der Gestank uns zu stark wird. 

Wir gehen durch die erste Tür uns sehen die arbeitenden Männer, hüfttief in Bottichen gefüllt mit Urin stehen, die riesen Kuhhäute wälzten und letzte Fleisch-und Blutreste abtrennen. Beim zweiten und dritten Schritt werden die Häute jeweils in einer Art Lauge aus Urin und Taubenkot gebadet und zum trocknen auf dem Boden verteilt. Danach werden die Häute eingefärbt und zu Taschen, Jacken und anderen Kleidungsstücken verarbeitet. Beim Angesicht dieses Prozesses, kombiniert mit dem beißenden Geruch, drehen sich unsere Mägen. Wir starren schockiert auf die Tonnen von Tierleichen die überall rumliegen und können gar nicht glauben, dass es Menschen gibt, die so eine elende Arbeit verrichten müssen. Dazwischen streunende Katzen und Hunde.

 

Im Mittelalter sagte man, dass die Arbeiter in der Gerberei zum Leben verdammte Dämonen seien, die diese gesundheitsschädliche und schmutzige Arbeit jeden Tag aushalten müssen. Ein Normalsterblicher würde diese Arbeit gar nicht aushalten, so sagt man. Auch heute ist die Arbeit den "niedrigen" überlassen, so wie der "Schlepper" uns mitteilte.

 

Die Arbeiter wollten nicht dass wir sie fotografieren, sie schauten uns strafend an und wir ziehen weiter. Definitiv eine prägende Erinnerung fürs Leben! 

 

 

Den letzten Abend genießen wir bei traditionellem Essen und Trinken und lassen uns in der Medina vom Muezzin besingen.

 

Marokko, du beeindruckst uns. Wir kommen bestimmt wieder!

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