Australien - Die Ostküste mit dem Campervan

Perth - Rottnest Island - Carins - Whitsundays - Fraser Island - Noosa - Brisbane - Nim Bin - Sydney

 

Ein Traum wird war - Wir fliegen ins Land der Koalas und Kängurus!!!
Schon als Kind hat mich Australien fasziniert, ich schaute mir damals oft Dokumentationen über das Land an und eigentlich wollte ich direkt nach meinem Studium meinen Rucksack packen und für ein Jahr nach "down under" gehen, Wie der Zufall es wollte, ging ich dann doch mit einer Freundin nach Kanada, Australien musste warten! Doch immer schon war Australien mein heimlicher Favorit! Ich liebe Tiere, die Natur und die tolle Kultur und die Gebräuche der Aborigines. 

 

Es hört sich zwar komisch an, aber der Plan für einen Monat die Ostküste Australiens zu bereisen kam eher plötzlich und die Planung fiel daher spartanisch aus. Wir wissen nur über ein paar Highlights bescheid und die "Top 10" der Orte, die man an der Ostküste gesehen haben sollte. Uns blieb also genug Platz für Flexibilität. 

 

Unseren Camper buchen wir bei Juicy rentals, samt kompletter Campingausrüstung wie Gaskocher, Kochutensilien, Geschirr, Stühlen und Tisch.

Wir staunen nicht schlecht über den Preis des Campers samt "stress-free-insurance", der uns nach den Flugkosten das größte Loch in die Reisekasse gefressen hat. Aber dies ließ an der Freunde auf Australien keinen Abbruch!

 

 

Von Carins in den Regenwald

In Carins angekommen holen wir unseren Van ab, schieben unsere vorab gefertigte CD mit den Hits der letzten 20 Jahre in den Player und fühlen uns frei wie noch nie zuvor. Wir halten an wo es schön ist, bleiben so lange wie wir möchten, kochen wann wir möchten und schlafen wo immer wir uns sicher fühlen. Die Vielfältigkeit und die Größe des Regenwalds beeidruckt uns von der ersten Minute an.

Im Lichte der Dämmerung schmeißen wir unseren Gaskocher an um unser Abendessen Deluxe zu kochen, Nudeln mit Tomatensauce. 15 Minuten später ist es plötzlich dunkel, und zwar so dunkel, dass wir nicht mal mehr die Hand vor uns erkennen können. In Windeseile verspeisen wir unser Abendessen mithilfe der Taschenlampe und stiefeln noch ein letztes Mal über die Wiese des Campingplatzes zum Badezimmer. Wir bemerken auf dem Weg immer wieder einen leichten Widerstand, als würden wir gegen etwas wegtreten. Mein Ekel wird immer größer, vor allem bei der Tatsache, dass ich NUR Flip Flops trage. Das Licht der Taschenlampe klärt uns auf, die ganze Wiese ist voller Frösche, die bei Antritt der Dunkelheit fröhlich herumhüpfen...! Willkommen in Australien! 

 

In der Nacht hören wir den Chor der Tiere um uns herum und beobachten durch unser Dachfenster die Sterne, die ich noch nie zuvor in meinem Leben so klar gesehen habe. Die Ungewissheit wer und vor allem was um unser Auto herum kriechen könnte, macht uns auf der einen Seite Angst zum anderen zeigt es uns wie klein und nichtig wir eigentlich sind. 

 

Wir überleben die erste Nacht im Van und sind bei Sonnenaufgang topfit. Gegen 6 Uhr sitzen wir am Frühstückstisch und mit uns zahlreiche andere Backpacker. Die Frösche haben sich wieder in ihre Quartiere bewegt und wir genießen den Morgen mit Rührei und Brot. 

Nach dem Frühstück wartet das erste Highlight auf uns, die Krokodilsfütterung und die Fütterung der Kängurus nicht weit unseres ersten Schlafquartiers Der Besitzer des Campingplatzes nimmt seine Gäste jeden Morgen mit und erklärt uns über die Anatomie und Physiologie seines "Haustiers", dem Krokodil auf. Danach gehen wir zu dem Kängurugehege, indem sich Tiere befinden, die Verletzungen durch Waldbrände oder Autounfälle erlitten haben.  

Was für ein toller Start in unser Abenteuer und es Folgen dutzende weitere. 

 

Das Great Barrier Reef

Von Cairns aus, machen wir uns mit dem Speedboat auf ins Great Barrier Reef, dem größten Korallenriff der Welt. 

Vor Beginn unserer Schnorcheleinheit bekommen wir einen Ganzkörperanzug zum Schutz vor Quallen und düsen los. Dem ein oder anderen ging es beim Aufprall und schunkeln des Boots leider so schlecht, dass die halbe Fahrt aus Unwohlsein und übergeben besteht. Mir war etwas mulmig zumute, denn der Guide meinte, dass wir, wenn wir ganz viel Glück haben, Meeresschildkröten und Riffhaie beim schnorcheln sehen würden...! Schildkröten ok aber HAIE???

Ich springe ins kühle Nass und durchsuche das Wasser zunächst nach Haien oder anderen größeren Fischen, zum Glück finde ich nichts, klammere mich aber vorerst an meine Gruppe und den Guide. Nach einer ersten Schnorcheleinheit, die Bilanz, viele kaputte Korallen und ein mehr oder weniger Intaktes Riff...die traurige Wahrheit des Massentourismus und der unbegrenzten Teilnehmerzahl an Touren. Ich fühle mich schlecht und merke, wie mich Bilder aus Magazinen und TV getäuscht haben und meine Erwartung weit unterboten wird. 

 

Auf geht es zu Riff Nummer zwei, ich versuche die perfekten Bilder aus meinen Gedanken zu entfernen und die Natur so zu sehen, wie sie wirklich ist. Ich springe ins offene Meer und erschrecke, denn hier ist es viel tiefer als im letzten Riff und bei weitem bin ich nicht der sicherste Schwimmer. Ich schnorchle hin und her und versuche ein paar Eindrücke mit der Kamera einzufangen. Und auf einmal sehe ich...eine riesengroße Meeresschildkröte vor mir her schwimmen. Ich hole sie ein, ohne sie zu bedrängen und bin beeindruckt von der Leichtigkeit und der Ruhe, die dieses Tier mit sich bringt. Als ich neben ihr schwimme sehe ich, wie sie mich aus dem Augenwinkel beobachtet, für einen kurzen Augenblick haben wir einen gemeinsamen Moment.

Angekommen an Deck, denke ich an den wunderbaren Moment zurück und bin beeindruckt vom Great Barrier Reef! 

 

Fraser Island - die größte Sandinsel der Welt

Auf dem Weg Richtung Süden hören wir immer wieder diesen Inselnamen und wirklich jeder meinte, wir müssen dorthin.

Da wir wenig Zeit und Geld haben, entscheiden wir uns für eine Tagesausflug. Wir kommen also um eine Touri-Tour nicht rum. Und wo viele Touristen sind, sind viele Asiaten...! Wir sitzen also in einem Tourbus voller Asiaten, vielen Selfiesticks und wenig Lust. 

Der Allrad-Bus juckelt über die Sanddünen der Insel und zeigt uns die Sehenswürdigkeiten, ein altes Wrack, einen wunderschönen Flussweg und viele feiernde Backpacker. Ein absolutes Highlight ist aber der See, der für Verjüngung sorgen soll. Wir entspannen uns hier bevor es mit dem Bus zurück in Richtung Fähre geht, die sich auch noch im Sand stecken bleibt.

Alles in Allem eine schöne Tour, für Personen mit wenig Zeit. ich würde jedoch eine Tour mit dem eigenen 4x4 Wheel vorziehen. 

 

Die Tierwelt Australiens

Auf dem Weg entlang der Ostküste tummelt sich eine breite Vielfalt an Tieren. Wir begegnen jeder Menge Kängurus, Eidechsen, in der Größe eines Baby-Krokodils und zahlreiche Buschhühner, die keineswegs Menschenscheu sind. 

 

Kakerlaken blieben uns leider auch nicht verschont, aber das gehört nun mal dazu! Daher immer gut, die Autotür schließen und die Schuhe draußen lassen! 

 

Nim Bin

Bis 1973 war Nim Bin ein unscheinbares, kleines Dörfchen ein paar Autostunden entfernt der Küste. Einzig bekannt für das Aquarius Festival, welches für Nachhaltigkeit und Frieden steht, wurde aus dem Ort ein bekannter Treffpunkt für Hippies und Anhänger natürlicher Heilmethoden, denn viele Besucher blieben nach dem Festival einfach da. Fingen an ihr eigenes Essen anzubauen und machten sich stark für die Legalisierung von Marihuana. 

Die Kleinstadt, liegt abgekapselt von anderen Städten, fernab der Zivilisation in einer einzigartigen Seifenblase. hier ist alles entspannt, die Öffnungszeiten der Cafes und der Geschäfte variieren nach Lust und Laune und auch sonst hat man hier das Gefühl, dass man hier einfach nur den Moment genießt. Man fühlt sich gleich wohl, als wäre es eine Art Traumwelt, in der jeder tuen und lassen kann was er will. 

 

Royal National Park

Wieder zurück an der Ostküste angekommen, geht die Fahrt noch einige Stunden weiter über Brisbane in Richtung Sydney. Wir fahren noch ein Stück weiter südlich, ca. 30 km von Sydney zum Royal National Park, mit seinen außergewöhnlichen 8 Pools. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um Steinformationen im Boden, die ausschauen, als hätte man eine große 8 in den Boden gesägt.

Nach einer abenteuerlichen Wanderung durch den Urwald und über die Klippen, die nur bei Ebbe begehbar sind, kommen wir bei den Pools an.

Während wir in den Pools schwimmen kommt immer wieder eine Wasserwelle bei uns an, und setzt den gesamten Bereich unter Wasser.

 

Blue Mountains

Der letzte Tag kommt leider schneller als erwartet. Wir verbringen den Tag westlich von Sydney in den Blue Mountains, ein riesen Areal, in dem sich jedes Jahr immer noch viele Backpacker und Wanderer verlaufen, da die Größe unterschätzt wird. 

Der Name des Areals entstand durch die Eukalyptus-Bäume, die durch ihre ätherischen Öle einen blauen Schimmer verursachen, der im Morgengrauen sichtbar wird.

 

Tschüss Australien, wir werden dich vermissen!

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Kommentare: 1
  • #1

    Steffi (Freitag, 27 Januar 2017 14:34)

    Wow, sehr interessant und vielseitig. Gruß, Steffi