10 Dinge dich mich das Reisen gelehrt hat

"Du bist nicht mehr du selbst, wenn du von einer Reise wiederkommst!" So oder so ähnlich war der Satz einer Freundin, als ich mich zum ersten Mal verabschiedete. Ich war mir sicher, dass ich noch "die Alte" bin, wenn ich zurück komme, nur ein wenig erholter und mit ein paar mehr Geschichten im Gepäck. Als ich zurück kam, wurde mir bewusst, dass in dieser Aussage unglaublich viel Wahrheit steckt, denn eine Reise verändert dich, ob du willst oder nicht!

 

#1 Vertraue auf dich und dein Bauchgefühl

Beim Reisen triffst du jeden Tag hunderte bewusste Entscheidungen. Einige sind einfach zu beantworten, einige aber auch schwer und mit Risiken verbunden. Ich habe gelernt auf mein Bauchgefühl zu hören und darauf zu vertrauen. Dein Bauchgefühl weiß immer, was gut für dich ist.


Dein Bauchgefühl ist dein innerer Führer, er wird dich lenken, leiten und dir den Weg zeigen, den er meint es stehts gut mit dir. Es ist der erste Gedanke den du hast, der erste Moment, der dir sagt, ob du etwas tun sollst oder nicht. Vertraue auf dich selbst! 


#2 Es ist in Ordnung Fehler zu machen

Wenn alles läuft wie am Schnürchen, du dir über nichts Sorgen machen brauchst, bist und bleibst du in deiner Komfortzone. Du hast keinerlei Motivation dir über irgendetwas essentielles Gedanken zu machen und musst keine Entscheidungen treffen.

 Doch aus Fehlern, die du in der Vergangenheit gemacht hast, kannst du dich definieren und entweder das Positive oder das Negative aus der Situation ziehen.  Erfolgreiche Menschen, sagt man, sind erfolgreich weil sie gute Entscheidungen treffen, dabei sind die meisten Erfindungen durch Fehler entstanden die jemandem passiert sind.


Wer nicht handelt, macht auch keine Fehler! ich denke, dass jedes Handeln und Tuen im Leben einen Sinn hat und es uns in unserer Persönlichkeit weiter bringt. 


#3 Die Menschen sind besser als du denkst

Jedes Mal wenn ich meinen Eltern von meinen neuen Reiseplänen erzähle, kommt immer dieser Satz "Ach du je, das ist doch so ein gefährliches Land und vor allem die Sauberkeit ist ein großes Problem." Natürlich höre ich immer zu und gelobe friedlich, dass alles gut gehen wird und ich selbstverständlich mit einer gesunden Portion Verstand auf Reisen gehe.

 In Wahrheit denke ich aber, dass die Menschen von Natur aus erstmal gut sind und man ihnen mit Respekt gegenüber treten muss, damit sie dergleichen tuen. Und ehrlich finde ich die Sterilität der deutschen Haushalte und die Sicherheitsvorkehrungen manchmal etwas übertrieben.

Das was dir die Medien eintrichtern, ist nicht unbedingt das was stimmt oder die breite Masse abdeckt.

Mach dir dein eigenes Bild! 


#4 Nichts sch lägt die  Erfahrung

Egal wie oft du dir vorstellst wie das Thai-Curry in Bangkok schmeckt, wie der Regenwald bei Sonnenaufgang aussieht oder es sich anfühlt ein Känguru  zu streicheln, nichts ist so einprägsam, wie eine Erfahrung, die du bereits gemacht hast.

Du kannst es nicht Wissen, wenn du es nicht selber erlebt hast, da du keinerlei emotionalen Zusammenhang für die Situation hast.

So ist es oft, wenn du Freunden oder Verwandten deine Urlaubsbilder zeigst, deine Augen strahlen und du erzählst deine wundervollen Erlebnisse. Deine Zuhörer blättern aber nur lieblos von Seite zu Seite weil sie keinen Bezug dazu haben.

Ich liebe es mit anderen Reisenden über meine Erlebnisse zu sprechen, weil sie ganz genau wissen, welche Emotionen sich in den Geschichten freisetzten. Sie wissen wie sich Erlebtes anfühlt und haben einfach eine andere Empathie als Nicht-reisende. 

Wenn du die Komfortzone nicht verlässt, wirst du dich und deine Grenzen niemals kennen lernen und niemals wissen, was du alles tuen könntest. 

Jeder der mir sagt, dass er alleine nicht reisen kann, weiß gar nicht ob er es wirklich nicht könnte. Jeder kann es, doch die Gedanken daran machen vielen Menschen zu viel Angst, als dass sie es selber versuchen würden.

 


#5 Ich brauche nicht viele Dinge

Als ich für längere Zeit in Kanada war und nur einen Rucksack dabei hatte, habe ich genau 5 Tage lang meine Kleider wechseln können und hatte alle Hosen, Shirts und Pullover genau ein Mal durch. Zu Beginn hat es mich gestört, weil ich damals viel Geld für neue Kleidung ausgegeben habe, doch nach einigen Wochen habe ich mich eher befreit als beengt gefühlt. 

Ich habe mir keine Gedanken mehr über Trends oder Marken gemacht. Ich sah immer gleich aus und die Menschen die ich kennen lernte, schätzten mich wegen meines Charakters und nicht wegen meiner neuen teuren Tasche.

Außerdem habe  ich so viel Zeit gespart, da ich mir keine Gedanken mehr machen musste was ich anzog. Wenn ich mir ein neues Shirt gekauft habe, dann habe ich ein anderes weggeschmissen und dabei erst gemerkt, was für eine Bindung ich zu dem Kleidungsstück aufgebaut habe. Ich hatte es wirklich sinnvoll genutzt, früher hätte ich mir darüber niemals Gedanken gemacht. 

 

Ich kaufe seitdem Nichts mehr, was ich nicht wirklich brauche oder für mich keinen wirklichen Sinn ergibt. 


6# Geduld!

...Und damit meine ich jetzt nicht die 5 Minuten, die man auf die U-Bahn wartet oder auf das Essen im Restaurant. Denn da weiß man ja das es sehr bald kommen wird.

Ich meine die Stunden die man wartet wenn man in Kanada am Straßenrand steht und auf den nächsten Fahrer beim trampen wartet oder auf Kuba keine Menschenseele versteht und stundenlang auf das nächste Taxi wartet, ohne Essen und Trinken.

 Geduld ist trainierbar, denn je weniger man die Gedanken um eine negative Situation kreisen lässt, umso mehr ist man mit sich und der Situation im Reinen. Durch den Druck und den Stress, den du dir selber in die Situation einbaust umso mehr negativiert sich der Augenblick den du gerade erlebst und das schöne was gerade passiert nimmst du gar nicht wahr... ach ja und das Taxi oder die Bahn oder sonstiges kommt dadurch auch nicht schneller zu dir. 


#7 Toleranz

„Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht angeschaut haben.“ Diesen Spruch finde ich ziemlich passend, denn außerhalb Deutschlands und Europa ist die Welt da draußen zieeeeeemlich anders. 

 Nichts entwickelt die Intelligenz mehr als das Reisen, denn wir werden dadurch weltoffener, lernen die wunderschönen Kulturen der Welt kennen, die Sprache, und die Lebensweisen und können uns so viel besser in die Lebenslage anderer versetzen. 

 Manchmal verurteilen wir Menschen wegen ihrer Religion, der Hautfarbe, der Kleidung die sie tragen oder welchen gesellschaftlichen Stellenwert sie haben aber alle Menschen tragen dieselben Emotionen in sich.

Alle Menschen drücken Freunde, Leid und Liebe gleich aus. Wir separieren uns nur durch die Vorurteile die wir in uns tragen, die uns beigebracht wurden und durch Erfahrungen die wir gemacht haben. Wenn man uns genau betrachtet sind wir alle gleich. Grundbedürfnisse und Egoismus tragen dazu bei, dass wir Habgier und negative Gedanken entwickeln. 

Du bist was du daraus machst! 

 


#8 Egal was du dachtest zu wissen, du hast keine Ahnung!

Du denkst der Erdkunde-Unterricht, die Dokus und Reiseberichte haben dich zum Reise-experten gemacht? Du bist auf jede Sehenswürdigkeit und jedes Szenario vorbereitet, denn du hast vorher ausführlich recherchiert?

Dann sag ich dir eins, du hast keine Ahnung was dich erwartet.

Du wirst nämlich so viel schönere oder hässlichere Dinge sehen, riechen und schmecken, die du aus deinen Recherchen erlangen konntest. Du wirst Menschen treffen, von denen du nicht für Möglich gehalten hättest, dass sie dir so in Erinnerung bleiben und Erlebnisse erfahren, die du für immer im Kopf behältst. 


Jedes Land ist eine neue Herausforderung, ein neues Erlebnis und egal wie gut du dich vorbereitest, es werden unerwartete tolle Dinge passieren...! 


#9 Reisen muss nicht teuer sein

Ständig werde ich gefragt, wie ich das mit dem Geld mache und mit dem Urlaub den ich dafür nehme. 

 

NEIN, ich habe kein Geld gewonnen und habe einen ganz normal bezahlten Job!

Da ich soviel wie möglich von der Kultur und den Menschen erfahren möchte, übernachte ich daher auch fast nie in Hotels.

Die Atmosphäre finde ich grausam, so anonym und kahl in ein 15qm Zimmer gequetscht zu sein und sich Abends mit niemandem als dem Reisepartner zu unterhalten, mit dem man sich sowieso schon die meiste Zeit beschäftigt.

 Daher wähle ich meistens Hostels, Airbnb oder Couchsurfing. So lerne ich auch immer wieder neue Leute aus der ganzen Welt kennen und sichere mir wieder neue Inspirationen und einen Schlafplatz für die nächste Reise. 

 

Urlaub habe ich wahrscheinlich wie jeder andere Mensch auch 30 Tage im Jahr, die ich immer mit Feiertagen kombiniere. 

Mein Chef ist sehr kulant und gibt mir auch länger frei, diese Tage sind dann unbezahlt. Aber das nehme ich sehr gerne in Kauf! 


#10 Reisen verändert dich

Jedes Mal wenn ich von einer Reise wiederkomme, merke ich, wie mich diese Erfahrung verändert hat. Ich lege eine Gewohnheit ab, oder nehme mich einer neuen an oder gewinne eine Erkenntnis die mich in meinem Leben beeinflusst. 

 

Reisen bedeutet auch, Zeit für sich selbst zu haben, deine Fähigkeiten neu auszutesten, Grenzen zu überschreiten und kennen zulernen was dich wirklich glücklich macht. Mir hat es gezeigt, dass mich die Routine und das Leben im Hamsterrad nicht glücklich macht. Temporäre Gewohnheiten geben einem Sicherheit und ein gewisses Wohlbefinden, doch möchte ich mich und die Welt draußen noch viel besser kennen lernen als mich schon festzulegen. 

 Ich ziehe mir das positive aus dem Erlebten und manchmal bedeutet dies auch Veränderung im Alltag. Manchmal bedeutet die Stärke, die man beim Reisen erlangt auch loslassen im Alltag. Sei es Materialismus, Menschen, die einem nicht gut tuen oder Gewohnheiten. 


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