4 Wochen durch Südafrika

"Waaaaaas, du fliegst nach Südafrika, im Winter?" Das war die häufigste Frage auf die Aussage, im Juni durch Südafrika zu reisen. Dicht gefolgt von der Frage, ob es nicht zu gefährlich sei, mit dem Auto quer durchs Land zu fahren. 

Im Winter durch Südafrika zu reisen hat meiner Meinung nach mehr Vor-als Nachteile. Der Winter in Südafrika ist nämlich für unser eins immer noch sehr warm. Wir hatten im Osten des Landes tagsüber teilweise 25 Grad.

Die Jahreszeit eignet sich auch besonders gut zur Tierbeobachtung, da es kaum regnet und die Tiere sich an den Wasserlöchern tummeln. Das Land ist trockener, Flora und Fauna nicht so dicht, sodass Tiere besser zu sichten sind.

Da wir auch keine Badereise, sondern so viel wie möglich vom Land sehen wollten, war es genau das richtige Klima für uns. Zudem sind die Unterkünfte zu der Zeit viel günstiger als in der Hauptreisezeit. Teilweise waren die Hostels und die Campingplätze um die Hälfte günstiger. Wir konnten dadurch auch viel flexibler sein und Unterkünfte kurzfristig buchen oder einfach anfahren.

Unsere Route: 

 

Ankunft in Johannesburg - 3 Übernachtungen bei Freunden 

1 Übernachtung in Hazyview - Weiterfahrt in den Krügerpark 

2 Übernachtungen im Skukuza Restcamp - Selbstfahrersafari + geführte Sunrisesafari 

2 Übernachtungen im Tamboti Restcamp - Selbstfahrersafari 

2 Übernachtungen in Graskop - Panoramaroute

5 Übernachtungen in den Bergville (Nord-Drakensberge) - Wandern im Royal Natal Park, geführte Wanderung in den Drakensbergen 

4 Übernachtungen in Ballito Bay - surfen, Sightseeing Durban - Flug nach Kapstadt 

6 Übernachtungen in Kapstadt - Tafelberg, Halbinsel-Tagestour, Weinführung - Flug zurück nach Deutschland

 

Was war gut?

Besonders schön fand ich die Vielfalt des Landes. Es gibt tolle Berglandschaften, Wasserfälle, Strände und eine einzigartige Tierwelt. Besonders die Panorama-route ist ein gutes Beispiel dafür. Hier ändert sich die Vegetation alle paar Kilometer. 

Zu unserer Jahreszeit waren sehr wenig Touristen mit uns unterwegs, sodass wir an vielen Orten und Sehenswürdigkeiten ganz alleine waren. 

Mein absolutes Highlight der Route war die Wanderung in die Drakensberge und zum höchsten Wasserfall Afrikas. Dies hat mich vor allem mental an meine Grenzen gebracht, da es auf dem Rückweg 300m Bergab über eine Leiter ging, die nur sporadisch an der Wand befestigt war (ohne Absicherung).

Ein weiteres Highlight war das Surftraining in Ballito. Im kalten Indischen Ozean zu surfen und nicht zu wissen ob ein Hai in der nähe ist war ein richtiger Adrenalinkick. 

 

Ich habe mich die gesamten 4 Wochen ziemlich sicher gefühlt. Es gab zwar ein paar prekäre Situationen, bei denen wir die einzigen Touristen unter Einheimischen waren und mit bösen Blicken gestraft wurden. An diesen Orten ist man besonders ungerne gesehen, jedoch ist nie etwas passiert. 

 

Was war nicht so gut?

Leider ist die Schere zwischen Arm und Reich so groß und deutlich zu sehen, dass einem schlecht werden kann. In einigen Dörfern sieht man Kinder an einem Brunnen Wasser holen oder bei Arbeiten mit der Schubkarre. Ein paar Kilometer weiter stehen Paläste und Villen umzäunt von Elektrozaun.

Die Trennung der Kulturen, der Weißen und der Schwarzen ist hier ganz klar. Eine Mischung verschiedener Ethnien findet hier nicht statt. Das hat auch dazu geführt, dass wir nahezu gar nicht mit den Einheimischen in Berührung kamen und sehr wenig über die Kultur und das Leben kennen gelernt haben. Um ein Land richtig kennen zu lernen, ist dies für mich ausschlaggebend. Deshalb wurde ich auch mit dem Land nicht richtig warm.

In Kapstadt ist mir dieses noch mal besonders deutlich geworden.

 

Was hätte ich anders machen können?

Ich hätte die Tage in Kapstadt verkürzt und würde mit einem Mietwagen entweder in den Norden, nach Kagga Kamma fahren oder einen Teil der Gardenroute in Richtung Osten des Landes.

Ich bin beim Reisen einfach lieber in der Natur unterwegs.

 

Gerne hätte ich mehr vom Leben der Einhemischen erfahren und würde beim nächsten Mal versuchen dort in Gästehäusern unterzukommen.

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