Israel - was du wissen musst!

 

Israel ist vielseitig wie kaum ein anderes Land der Welt. In so einem kleinen Land bleibt zwischen Religion und Moderne nicht viel Platz um sich auszubreiten. Während in Tel Aviv gefeiert wird, als gäb es kein Morgen, wird im 45 Kilometer entferntem konservativen Jerusalem gebetet was das Zeug hält. 

 

Jerusalem ist für die drei größten Glaubensrichtungen der Welt (Christentum, Judentum,Islam) der wichtigste Pilger,- und Gebetsort. Während der Sabbat am Freitag Nachmittag für die Juden beginnt und sich Tausende vor der Klagemauer versammeln, ruft im Hintergrund der Muezzin zum Gebet.
Etwas skurril und irgendwie verwirrend ist das ganze schon. Und zwischen dem ganzen Getummel stehen Soldaten mit halbautomatischen Maschinengewehren, den Finger immer am Abzug bereit und beobachten das Geschehen. 

 

Anreise mit dem Flugzeug

Von 20€ bis 1400€ ist für jeden Geldbeutel der passende Flug dabei. Ryanair fliegt von mehreren deutschen Flughäfen nach Ovda-Eilat und das für gerade mal 20€ pro Strecke. Nach Tel Aviv fliegt man ab 70€ pro Strecke von Karlsruhe, Baden-Baden mit Ryanair. Ab Berlin und Frankfurt fliegt El-Al, die Israelische Airline für ca. 76€ pro Strecke. Ab Düsseldorf fliegt Germania ab ca. 150€. Für wen Amsterdam eine Option ist, kann mit Transavia für ca. 100€ pro Strecke fliegen. 

Mit dem Sparkalender von Skyscanner kannst du dir den für dich am besten passendsten Flug raussuchen und die Preise nach Tagen überprüfen. Wie du immer den günstigsten Flug findest, zeige ich dir in der Anleitung. 

 

Unterkunft

Auch bei den Unterkünften gibt es Preistechnisch keine Obergrenze. Von 20€ für ein Bett im Hostel oder Hunderten für ein Hotelzimmer ist für jeden was dabei. Israel ist verhältnismäßig teuer, sodass sich Jung in Hostels einnisten.

Die Hostelkette Abraham Hostels, mit seinen drei Hostels in Tel Aviv, Jerusalem und Nazareth ist das beliebteste und größte Hostel im Land. Ein Bett im 8er Dorm gibts ab 20€/ Nacht inkl. Frühstücksbuffet.

Ein einfaches Doppelzimmer gibt´s ab 90€/ Nacht. Die Hostels sind ausgestattet mit Bar, Restaurant, Küche, und Dachterrasse. Jedes Hostel hat ein eigenes kleines Traveldesk und bietet diverse Touren an. Mehrtägige Touren nach Jordanien sind hier ebenfalls buchbar.

Da Israel als Reiseziel immer beliebter wird sind viele Optionen frühzeitig ausgebucht. Ich bin kein Freund von Vorabbuchungen, doch in Israel dies wirklich notwendig! 

Die authentischere Alternative ist nach wie vor Airbnb. Hier kannst du dir ein Privatzimmer oder eine ganze Wohnung bei Einheimischen anmieten und das Leben der Israelis kennen lernen. Wirklich ratsam ist dies, wenn du an der Geschichte und der politischen Situation interessiert bist und dies aus Sicht der Israelis verstehen möchtest. Privatzimmer bekommst du hier ab 40€/ Nacht. Teilweise mit Frühstück und das würde ich mir in Israel nicht entgehen lassen!!! 

 

Essen

Die Speisen und die Art der Zubereitung sind religiös geprägt und ein Mix aus Marokkanischem, Jemenitischem und Europäischem Essen. 

Das Frühstück beginnt üppig und besteht aus frischem Brot, Hummus,- Käsevariationen und einer Pfanne Shakshuka. Das sind pochierte Eier in verschiedenstem Gemüse und Kräutern. Die Gerichte werden in kleinen Schüsseln als Tapas oder Mezze serviert. Wer sich von allem direkt etwas auf seinen Teller häuft wird direkt als Tourist ertappt, da Einheimische die Gerichte nacheinander verspeisen um den Eigengeschmack vollständig entfalten zu lassen. 

Mittags und Abends gehören dann zum Hummus und zum Shakshuka ebenfalls Brot, sowie Falafeln, Couscous, Taboulleh, eingelegtes Gemüse und diverse Fleischspieße. Wer in koscheren Restaurants speist bekommt Fleisch und Milchprodukte nie zusammen serviert. Dies gehört den traditionellen Vorschriften des Judentums und wird wenn überhaupt in Arabischen Restaurants geduldet. Schweinefleisch wird im Judentum, wie im Islam nicht verzehrt, da es ebenfalls nicht koscher ist. 

Fischgerichte sind Bestandteil der Israelischen Esskultur. Das wohl bekannteste aller Fischgerichte, das einem im Zusammenhang mit jüdischer Kochkunst einfällt, ist der Gefillte Fisch. Dabei handelt es sich um eine undefinierbare, zusammengepresste Fischmasse unter einer dicken, gallertartigen Sauce, eine Art Pastete, die nach Fisch riecht und als Fisch geformt serviert wird. Das Gericht stammt wohl aus Polen. Polnische Juden pflegten seit Jahrhunderten gekochten - und deshalb oft zerfallenen - Fisch mit einer gelatineartigen Sauce aus Zucker und Mandeln zu bedecken, um seine Form zu stabilisieren.

 

Israels Weingebiete, in der Nähe von Nazareth und den Golan-Höhlen produzieren seit ca. 40 Jahren wieder ausgezeichneten Wein. Für ein Glas zahlt man in einem Restaurant ca. 5€. 

 

Essen gehen ist in Israel mehr als nur Nahrungsaufnahme, sondern hat mehr eine soziale Funktion. Man sitzt mit Freunden und der Familie stundenlang in und vor den Restaurants, isst einen Happen, trinkt zwischendurch einen Tee oder einen Kaffee und speist dann weiter.
Der Durchschnittspreis für ein einfaches Essen liegt bei 10-15€. Falafel oder Schawarma-Taschen liegen bei ca. 7-9€. 

 

Transport

Israel ist klein und die Distanzen dementsprechend kurz. Du hast die Wahl zwischen dem Zug, dem Bus oder dem Sherut(Sammeltaxi). Wählst du den Bus, kannst du die Abfahrtzeiten an der Central Station jeder Stadt erfragen. Die Preise dafür sind festgelegt und du kannst das Ticket beim Busfahrer erwerben. Die Busse sind allerdings nicht automatisch voll, wenn alle Sitzplätze belegt sind. So kann es sein, dass du die gesamte Busfahrt stehen oder es dir im Durchgang bequem machen musst. Eine Busfahrt von Tel Aviv nach Jerusalem kostet 16NIS = 3,90€. 

 

Interessanter ist das Fahren mit dem Sherut. Hier fahren Kleinbusse von diversen Punkten der Stadt von A nach B. Es gibt keine geregelte Abfahrtzeit. Es geht los wenn der Bus voll ist. Der Fahrpreis variiert bei der Fahrt von Jerusalem nach Tel Aviv zwischen 25 und 35NIS = 6-8.50€. Je nachdem wer im Bus mitfährt, werden die Sitzplätze so lange getauscht, bis auch der letzte zufrieden ist. Konservative orthodoxe Juden dürfen nicht neben fremden Frauen sitzen, geschweige sie berühren. Dies sollte bei der Sitzplatzwahl berücksichtigt werden. 

 

Mit dem Zug kommst du am einfachsten vom Flughafen in die Innenstadt Tel Aviv. Es gibt nur vier Bahnhöfe in der Innenstadt. Den ersten Bahnhof vom Airport aus erreichst du in 10 Minuten. Die einfache Fahrt kostet 13.5NIS = 3.2€ 

 

 

Sabbat

Der Sabbat ist im Judentum der siebte Tag und somit der Ruhetag, an dem keinerlei Arbeit verrichtet werden darf. Der Sabbat beginnt je nach Jahreszeit, Freitag Nachmittag und geht bis zum Samstag Abend, eine Stunde nach Sonnenuntergang. In dieser Zeit liegt alles brach, was irgendwie mit Arbeit zusammenhängt. Restaurants sind geschlossen, Bahnen und Busse verkehren während dieser Zeit nicht. Geschäfte und Bäckereien sind geschlossen. Museen und Attraktionen können nicht besucht werden. 

Einzig ein paar kleine arabische Restaurants oder Hotelrestaurants haben geöffnet. In Jerusalem haben die kleinen Touristenstände geöffnet die zum Tempelberg führen. 

Wer zu dieser Zeit auf ein Taxi oder eines der wenigen fahrenden Sheruts angewiesen ist, muss mit erhöhten Preisen rechnen. 

 

 

Sicherheit

Die wohl am meisten gestellteste Frage die ich vor, während und nach der Reise bekommen habe ist Frage nach der Sicherheit. Zu keiner Zeit und in keiner Sekunde habe ich mich unsicher gefühlt. Jeder war stets nett, zuvorkommend und hilfsbereit. Die Tatsache, dass man aus Deutschland kommt löst nach wie vor keinen Applaus aus, trotz dessen waren alle Personen, die ich kennen gelernt habe immer respektvoll und herzlich. 

Israel hat durch den Konflikt mit Palästina und anderen angrenzenden Gebieten ein erhöhtes Aufkommen an bewaffnetem Personal. Schnell gewöhnt man sich allerdings an den Anblick, vor allem wenn man bedenkt, dass diese zur allgemeinen Sicherheit eingesetzt werden. Sicherheitskontrollen werden in allen öffentlichen Bereichen des Landes durchgeführt. So muss man beim betreten eines Bahnhofs, eines Museums oder dem Flughafen immer durch den Detektor und sein Gepäck überprüfen lassen. 

Besonders oft werden hierbei die öffentlichen Mülleimer kontrolliert, in die in der Vergangenheit oft Bomben gelegt wurden. 

Besonders seltsam ist die Tatsache, dass mir an öffentlichen Orten mehrmals Hilfe angeboten wurde und ich dadurch ins Gespräch mit Männern verwickelt wurde. Die Gespräche führten oft dazu, dass ich meine Herkunft, meine Aufenthaltsdauer und den Grund meiner Reise verriet. Ein Mal sollte ich nach diesem Gespräch noch mal durch die Sicherheitskontrolle, obwohl ich diese schon längst passiert hatte.

Im Nachhinein wurde deutlich, dass dies wahrscheinlich Polizisten oder Sicherheitspersonal war, die in Zivil unterwegs waren. 

 

Ein & Ausreise

Für die Ein & Ausreise braucht man unbedingt viel Zeit, Geduld und Nerven. Hier sollte man mindestens 3 Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Wer Gepäck aufzugeben hat, dem würde ich empfehlen noch etwas früher da zu sein. Obwohl ich mit bestem Beispiel vorangegangen bin, einen neuen Reisepass mit nur zwei Stempeln habe, die weder aus Islamischen Ländern stammen habe, hat die ganze Prozedur bei der Ausreise ca. 2 Stunden gedauert. 

Während die Fragestunde bei der Einreise schnell erledigt war und ich nach Fragen wie: "Was haben Sie in Israel vor" und "Ist alles im Gepäck von Ihnen" eine reine Weste bewiesen habe, wurde ich bei der Ausreise auf den Kopf gestellt. 

Nachdem ich die Dame am Flughafen mit einem freundlichen "Hello" begrüßte schaute sie mich strafend an und fragte direkt woher ich die beiden Frauen kenne, die hinter mir in der Schlange stehe kenne.

Nach dem sie mich dann fragt ob ich viel reise, ich dies bejahte, fragte sie skeptisch wieso ich dann nur zwei Stempel in meinem Reisepass habe? Weiter fragte sie ob ich irgendwas verheimlichen möchte und wieso ich gerade vor Israel einen neuen Reisepass bekommen habe. Weitere Fragen wie: "ob ich jemanden in Israel kenne" "wo ich übernachtet habe" und "was der Grund meiner Reise war" wurden schnell abgenickt. 

Falls ihr die englischen Fragen nicht auf Anhieb versteht, wird ein deutscher Fragebogen aufgerufen. Euch gegenseitig bei der Übersetzung helfen dürft ihr nicht. 

Nachdem man einen Aufkleber auf den Reisepass erhält, wird man zum nächsten Checkpoint geschoben. Fragt hier am besten beim Personal nach in welche Schlange man sich hier einreihen muss! Wir standen zunächst in der allgemeinen Schlange, bei der das Gepäck wie an jedem anderen Flughafen kontrolliert wird. Diese war nur leider nicht die Richtige! Wir mussten uns erneut anstellen und konnten unser gesamtes Gepäck vor den Augen des Personals auskippen. Hier wurden erneut ein paar Fragen gestellt und jedes Teil nach Sprengstoff untersucht. Aufgeklärt weshalb man so genau durchleuchtet wird, wird man hier übrigens nicht! 

Wenn alle Auswertungen negativ sind, darf man dann weiter zum Passscan und bekommt eine offizielle Ausreisegenehmigung, die man ein paar Meter weiter wieder einscannen lässt. 

 

Wieso gerade die Einreise einfacher als die Ausreise ist, weiß ich nicht. Wichtig ist jedoch, dass man stets freundlich und ruhig antworten sollte, wenn man nicht in Verdacht geraten möchte, etwas verheimlichen zu wollen. 

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