Der weg in die freiheit

Nachdem die Entscheidung gefallen ist eine lange Reise zu machen und die wichtigsten Fragen geklärt sind, kann es mit den genialen Vorstellungen und Erwartungen an die vielleicht tollste Zeit deines Leben losgehen.

Einige Dinge wie die Arbeitssituation müssen allerdings noch geklärt werden. Du solltest dich selber fragen wie frei du sein willst oder kannst. Wie glücklich dich deine jetzige Arbeit macht und ob du nach deiner Reise wieder genau dorthin zurück möchtest.  

Ich zeige dir die Optionen, entscheiden musst du selbst. 

Option 1: Die unbezahlte Freistellung

Was würde das konkret bedeuten?

 

  • Das Arbeitsverhältnis würde für die gewünschte Abwesenheit ruhen - für die gesamte Freistellung setzt das Einkommen aus. 
  • Alle Kündigungsregeln bleiben erhalten
  • Da die gesetzliche Krankenversicherung nur bei einem Auslandsaufenthalt von bis zu 4 Wochen greift, musst du dir eine Auslandskrankenversicherung zulegen oder dich freiwillig, gesetzlich versichern lassen. 
  • Am besten spricht du dies mit der Krankenkasse ab und lässt dich dazu individuell beraten. 

 

Option 2 - das Sabbatical 

Der wichtigste Unterschied zur unbezahlten Freistellung ist der, dass das Sabbatical eine bezahlte Freistellung der Arbeit ist. Bedeutet konkret:

  • Bei einer Reise von 3 - 12 Monaten
  • Du einigst dich mit dem Arbeitgeber auf eine Art "Ansparphase" und bekommst dann den angesparten Teil in der freien Zeit.
  • Das bedeutet zum Beispiel 1 Jahr lang Vollzeit arbeiten für 50% des Gehalts und dann 1 Jahr lang frei haben für die anderen 50% des Gehalts. 
  • Ein Sabbatical hat den Vorteil gegenüber der unbezahlten Freistellung, dass die Beiträge während der Zeit weiter gezahlt werden. 

Zahme vögel traumen von Freiheit, wilde vögel fliegen!

Option 3 - Die Kündigung / Auslaufen des Arbeitsvertrags 

Die absolute Freiheit und alles einmal auf Null stellen.
Auf der einen Seite hat es einen enormen Vorteil: Du bist nicht zeitlich gebunden und hängst danach nicht im selben trott fest wie zuvor.Du kannst dich währenddessen ausprobieren und kommst vielleicht zu dem Entschluss danach einen anderen beruflichen Weg einzuschlagen. 

Auf der anderen Seite hast du keinerlei Sicherheit was Versicherungen, Finanzen oder Einkommen betrifft. 

 

 

Kündigung durch Arbeitnehmer

  • Falls du selbst kündigst bekommst du vom Arbeitsamt eine Sperre des Arbeitslosengeldes von 3 Monaten (außer du hast triftige Gründe dafür). Die Zeit auf Reisen zählt aber automatisch dazu. Solltest du dich also kurz nach Ausscheiden des Unternehmens auf Reisen begeben kann dir das egal sein. 
  • Du musst das Arbeitslosengeld trotz antreten der Reise 1x anfordern und unmittelbar vor Reisebeginn einfrieren lassen. Bleibst du nämlich länger als 1 Jahr weg verlierst du sonst den Anspruch darauf. 
  • Dein Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt in der Rege 4 Jahre bestehen. Du musst dich jedoch unmittelbar nach deiner Rückkehr beim Arbeitsamt melden. 
  • Solange du beim Amt gemeldet bist, wird der Anteil für die Krankenkasse weiter getragen
  • Ab dem Tag an dem deine Reise losgeht benötigst du eine private Auslandskrankenversicherung 
  • An dem Tag der Rückkehr musst du dich unmittelbar beim Arbeitsamt melden und bist automatisch wieder bei deiner alten Krankenkasse versichert. 

Kündigung durch Arbeitgeber

 

  • Der einzige Unterschied zur Kündigung durch den Arbeitnehmer ist, dass ihr direkt Arbeitslosengeld bezieht, also ab Tag 1 bis zum Antritt der Reise.

Auslaufen des Arbeitsvertrags 

  • Auch hier ist der einzige Unterschied zur Kündigung durch den Arbeitnehmer, dass ihr euch unbedingt 3 Monate vor auslaufen des Vertrags beim Arbeitsamt melden müsst, sonst bekommt ihre auch hier eine Sperrzeit von min. 1 Woche (also 1/4 des Arbeitslosengeldes). 

Mein Fazit:

Bis auf das Sabbatical habe ich bereits alle Optionen mindestens ein Mal genutzt. Eine längere Freistellung ist zwar schön, du hast jedoch immer im Hinterkopf, dass du wieder an deinen Arbeitsplatz zurück kehren musst. Die vollkommene Freiheit bedeutet dies nicht. Wenn du aber eher eine sicherheitsbewusster Person bist, die die finanzielle Sicherheit braucht ist dies wahrscheinlich das richtige für dich. 

Auch wenn du kündigst, bedeutet dies nicht, dass du nicht zurück gehen kannst an deinen alten Arbeitsplatz. Bei einem guten und intakten Verhältnis zum Arbeitgeber kann es gut sein, dass man nach der Rückkehr wieder im alten Unternehmen eingestellt wird. 

Für diejenigen die unbedingt mal den Reset-Knopf drücken wollen und das Gefühl der vollkommenen Freiheit genießen möchten ist vielleicht die Kündigung das richtige.